Unglaublich, dass es jetzt schon einen Monat her ist, dass ich vollbepackt mit Rucksack und zwei Koffern am Bahnhof Dresden-Neustadt stand, mich von Freunden und Familie verabschiedete und in den Zug stieg, der mich ins Ungewisse fahren würde. Nun gut, so ganz ungewiss war es dann doch nicht, aber trotzdem war alles neu. Auf der Fahrt verlief alles glatt, zu meinem Glück musste ich auch nur ein Mal umsteigen, sonst hätte ich das wahrscheinlich auch gar nicht geschafft. Es war schon eine Herausforderung, meine Koffer im TGV in die erste Etage zu hieven. In dem TGV saßen auch zwei andere Freiwillige, Franzi und Meret, und zu dritt standen wir dann schlussendlich vollbepackt mit unseren Koffern an den Türen und haben voller Anspannung gewartet, bis wir nun endlich in Avignon ankommen würden. Dort angekommen wurde ich auch schon von meiner Gastfamilie erwartet und wurde herzlich begrüßt. In diesem Moment ist mir erst einmal ein Stein vom Herzen gefallen, denn meine größte Angst war, dass ich Pech mit der Gastfamilie haben werde.
Manchmal schüttle ich immer noch den Kopf über mich selbst, dass ich mich gar nicht im Voraus auf die Sprache vorbereitet habe. Der letzte Französischunterricht ist nun auch schon fast ein halbes Jahr her... Aber was solls, ich bin ins kalte Wasser gesprungen und auch das funktioniert irgendwie. Auch wenn ich mich selbst manchmal frage was ich soeben für ein grammatikalischen Albtraum formuliert habe, verständigen kann man sich immer irgendwie. Und so kam es auch dazu, dass mich ein Schüler auf Englisch angesprochen hat und ich ganz verwirrt mit "oui ähhh yes" antwortete...
Bereits an meinem ersten Wochenende in Frankreich bin ich mit meiner Gastfamilie Freunde besuchen gefahren und wir waren an einem See baden. Das tat gut nach der langen Zugfahrt und einem ersten Treffen in der Schule um Organisatorisches zu klären. Einfach in den kühlen See zu gehen, die Sonne zu genießen und ein Buch zu lesen...
Kurz darauf begann dann auch schon der erste Arbeitstag. Die Arbeitstage sind immer ziemlich lang und besonders am Anfang bin ich nach getaner Arbeit meist einfach erschöpft in mein Bett gefallen. Mittwochs endet die Schule jedoch bereits mittags, das heißt am Nachmittag haben auch wir Freiwilligen frei. Diese Chance haben Franzi und ich genutzt und wir sind nach Avignon gefahren. Dort haben wir einen Libanesen entdeckt und dort erstmal gegessen. Anschließend sind wir durch die kleinen Gässchen geschlendert und haben viiiel geredet. An sich würde ich sagen, Avignon ist eine doch eher übersichtliche Stadt aber sehr schön!
Ich bin wirklich super froh, dass ich mich mit den anderen Freiwilligen so gut verstehe. Wir haben an einem Tag zusammen mit Jan, einem Freiwilligen in Alès, und Hanna, die gemeinsam mit ihrer Familie für ein Jahr in Frankreich lebt, den Nationalpark in der Camargue erkundigt. Eigentlich wollten wir ursprünglich ans Meer baden gehen, nur leider hat uns da der Mistralwind einen Strich durch die Rechnung gemacht... Wer weiß, hoffentlich klappt es dieses Jahr noch einmal... Schön war die Landschaft in dem Nationalpark aber trotzdem!
An einem Wochenende habe ich zusammen mit Franzi und Angelina den Ikea in der Nähe unsicher gemacht und anschließend sind Micha und Lene dazu gestoßen und nach einem ausgiebigen Einkauf im Auchan haben wir uns auf den Weg zu Angelina gemacht. Deren Gasteltern waren unterwegs und haben uns freundlicherweise erlaubt, dort zu schlafen. Dort angekommen haben wir uns natürlich erst einmal angeschaut, wie Angie so lebt und danach haben wir gut gegessen und auf unsere gemeinsame Zeit angestoßen. Wir haben viel gelacht, getanzt und auch (wie immer) sehr viel geredet.
Ansonsten waren wir noch zwei mal in Avignon und mir gefällt die Stadt von mal zu mal besser. So viele kleine Gässchen und Ecken, die man erkunden kann! Und in guter Gesellschaft (die ich hier auf jeden Fall habe) macht es umso mehr Spaß!
O là là, ich könnte glaube ich wirklich stundenlang berichten, aber ich glaube fürs erste reicht es erstmal.
Ich bin mal gespannt, ob die nächsten Monate auch so verfliegen werden....
Bis dahin
bisous, ruth



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